"Mannschaft des Jahres"


62. CZ-Sportlerwahl

 

CELLE. Ob Weltmeister, Deutscher Meister oder Landesmeister: Bei der CZ-Sportlerehrung gaben sich gestern Abend die rund 50 erfolgreichsten Celler Sportler 2015 die Klinke in die Hand. Und das zum mittlerweile 62. Mal, nachdem die CZ 1954 als erste deutsche Tageszeitung ihre Leser zu einer Heimatsportler-Wahl aufrief.

 

„Ich bin immer und immer wieder gescheitert. Und genau deshalb bin ich so erfolgreich“ – in Anlehnung an das Zitat von Basketball-Legende Michael Jordan würdigte CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber in seiner Eröffnungsrede die Taten der Sportler. „Zu einem wirklich großen Sportler wird man erst dadurch, dass man lernt, auch mit Niederlagen umzugehen. Viele der Aktiven, die wir heute ehren, haben auch schon den einen oder anderen Rückschlag in ihrer Karriere hinnehmen müssen“, sagte Leineweber. „Mit Ihrem erfolgreichen Wirken haben Sie in ganz Deutschland und teilweise weit darüber hinaus den Namen Celles und unserer Region bekannt gemacht. Dafür sollen Sie hier und heute die verdiente Ehrung erfahren.“

Merle Frohms erhielt zum dritten Mal die begehrte Auszeichnung „Heimatsportlerin des Jahres“. Trotz ihrer prall gefüllten Titelsammlung, die sie mit dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg errungen hat, ist sie es ganz im Sinne des Jordan-Zitats gewohnt, mit Rückschlägen umzugehen. Trotz ihrer guten Premiere als Nummer eins wird sie nach der Rückkehr ihrer Team-Kollegin Almuth Schult wieder ins zweite Glied rücken (müssen). Doch davon lässt sich das 20-jährige Talent nicht abschrecken, im Gegenteil: „Ich werde weiter am Drücker bleiben und hoffe auf meine Chance. Die Spiele waren und sind ein großer Ansporn für mich, mehr zu erreichen.“

Lars Lehnhoff hat den begehrten Titel nun zum vierten Mal in Folge gewonnen – und zum fünften Mal insgesamt. Seine erste Auszeichnung räumte der Adelheidsdorfer bereits 2002 ab, als er in der Jugend-Handball-Nationalmannschaft spielte und kurz vor dem Wechsel zur TSV Hannover-Burgdorf stand.

Der Handballer hat mit dem Titel-Fünferpack etwas Historisches geschafft, was nur zwei Sportler in der langen Geschichte der „Heimatsportlerehrung“ erreicht haben. Nur der Kanut Heiner Stumpf und der Reiter Hermann Schridde sicherten sich so häufig die Gunst der CZ-Leser. Lehnhoff lässt damit Sportgrößen wie Boxer „Toni“ Mehling, Turner Edgar Jorek und Schwimmer Arne Wilhelm (je vier Titel) hinter sich – Rekordhalterin ist Fechterin Astrid Berndt mit sechs Titeln.

Rund die Hälfte der Crème de la Crème des Celler Sports stellten gestern die Landesliga-Fußballer des MTV Eintracht Celle, die zur „Mannschaft des Jahres“ gewählt wurden und um so ausgelassener feiern konnten, da ihr Auswärtsspiel am Wochenende ausfällt. Angesprochen auf die Frage, wer denn der größte Feier-Experte des Teams sei, scherzte Trainer Frank Weber: „Das ist unser Kapitän Björn Lohmann. Früher war er der Partylöwe, heute führt er die Party auf dem Feld an.“

Sollte der Aufstieg in die Oberliga gelingen, würden die beiden Trainer Hilger Wirtz und Weber das Team zu einem Training bei Fitness-Experte Ted Spitzer schicken, der 44 Klimmzüge in 90 Sekunden schafft und bei der Sportlerwahl auf Platz acht landete. Wirtz: „Wenn es so kommen sollte, kann er die Jungs gerne frisch machen, da werden einige noch zulegen müssen.“

Neben der Sportprominenz waren mit Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, dem stellvertretenden Landrat Thomas Adasch und Hartmut Ostermann, Vorsitzender des Kreissportbunds, auch Personen des öffentlichen Lebens dabei, um den Sportlern die Ehre zu erweisen. „Wir haben von ihnen grandiose Leistungen gesehen und am Ende ist es egal, wer auf Platz eins steht. Heute Abend sind Sie alle Gewinner“, sagte Adasch. Ostermann ergänzte: „Für viele Leser ist die Auszeichnung vielleicht eine Initialzündung, um sich selbst aktiv in Vereinssport einzubringen. Sie sind wahre Vorbilder.“

 

Quelle (Foto; Text): Cellesche Zeitung, 19.02.2016